Bushaltestelle am Kreisverkehr wäre wünschenswert

Diskussion um den öffentlichen Personennahverkehr stieß auf wenig Interesse

SCHIERLING, 20.08.2012. Der öffentliche Personennahverkehr im Raum Schierling ist „sehr gut“, sagte Geschäftsführer Josef Weigl von der Gesellschaft zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis Regensburg (GFN) beim Workshop im Vereinsheim des TV Schierling. Deshalb stieß das Angebot des Marktes Schierling, im Rahmen der Erarbeitung des Klimaschutz- und Energiesparkonzeptes über eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs zu sprechen, auf nur sehr geringes Interesse. Noch bei der Auftaktveranstaltung war von einigen eine optimierte Anbindung der nördlich gelegenen Baugebiete an das Bussystem gewünscht worden.

Foto der Referenten
In Schierling wurde engagiert über die Zukunft des öffentlichen Personnahverkehs im Ort diskutiert. V.l. Geschäftsführer Josef Weigl von der Gesellschaft zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis Regensburg ( GFN), Prof. Dr. Volker Weinbrenner und Bürgermeister Christian Kiendl
Plan Schierlings mit eingezeichneten Kreisen
Die von Prof. Dr. Weinbrenner dargestellten Kreise zeigen die Einzugsbereiche und Dichte der Haltestellen im Ort Schierling

Ein solches Optimierungskonzept stellte Prof. Dr. Volker Weinbrenner als Mitglied der Steuerungsgruppe für die Erarbeitung eines Klimaschutz- und Energiesparkonzepts vor. Diese Idee habe ursprünglich ein Mitbürger eingebracht, so Weinbrenner. Er machte anhand einer Karte sichtbar, dass im südlichen Teil des Ortes Schierling das Haltestellennetz für den Bus relativ dicht ist, während es im Norden „deutlich düsterer“ aussehe. Eine grundsätzliche Idee sei, so Weinbrenner, die Haltestelle von der Leierndorfer Straße an den Kreisverkehr bei den Autohäusern Angerer und Astaller zu verlegen. Damit könnten künftig auch neu zu erwartende Arbeitsplätze im Gewerbegebiet „Esper Au“ an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angebunden werden. Außerdem sah das Konzept vor, den Bus durch die Wohngebiet „Markstein“ und „Antonileit’n“ zu lenken und bei der Kapelle eine Bushaltestelle einzurichten. Prof. Weinbrenner verwies darauf, dass die nördlichen Wohngebiete auf der Anhöhe liegen , so dass die Pendler am Morgen runter und am Abend wieder hoch müssen. Er meinte, dass eine Änderung der Route durch die Wohngebiete eine Verlängerung der Route um gut drei Minuten bedeuten würde. Um keine Zeit zu verlieren brachte er außerdem ins Gespräch, eine der Haltestelle im Süden entfallen zu lassen. Innerhalb eines 500-Meter-Radius könnten so alle südlichen Gebiete den Bus nach wie vor bequem erreichen.
Plan der Busroute
Die derzeitige Busroute im Ort Schierling

Josef Weigl informierte, dass längere Fahrzeiten des Busses Probleme bei der Anbindung an die Züge am Bahnhof Eggmühl bringen würden. Schierling habe ein „sehr gutes Angebot“ beim öffentlichen Personennahverkehr. Insbesondere die gleichzeitige Abfahrt der Züge in beide Richtungen am Bahnhof Eggmühl sei ein Vorzug. „Der Knoten Eggmühl soll auf Dauer Bestand haben!“, versicherte Weigl. An der Busverbindung hänge allerdings auch Langquaid. Er lehnte eine neue Streckenführung durch die Wohngebiete ab, denn dort handle es sich um Tempo-30-Zonen. Mit der längeren Wegeführung prognostizierte Weigl eine Verlängerung der Fahrzeit um rund 10 Minuten. Für Fahrgäste aus Langquaid würde sich damit die Attraktivität weiter schmälern. Außerdem hielt Weigl für Erwachsene einen Weg von rund 700 Meter bis zur nächsten Bushaltestelle für durchaus zumutbar. Für die Schulkinder sei alles anders gelöst, weil für diese Busse tatsächlich auch die Wohngebiete anfahren. Einig war sich Weigl mit Prof. Weinbrenner darüber, dass die Haltestelle „Leierndorfer Straße“ an den Kreisverkehr verlegt gehörte. Das brächte Vorteile für die Bewohner im Norden. Am Kreisverkehr müsste allerdings eine voll ausgebaute Bushaltestelle entstehen, damit der Bus Wartezeiten dort überbrücken könnte. Weigl fasste zusammen, dass Zwänge am Bahnhof Eggmühl nicht änderbar seien und deshalb darauf Rücksicht genommen werden müsse. Er fragte auch, wie viele zusätzliche Fahrgäste durch eine Änderung der Route gewonnen werden könnten. „Wenn es zum Schwur kommt: Wer würde wirklich auf das Zweitauto verzichten, mit dem Bus fahren und dafür eine Monatskarte kaufen?“, so Weigl. Er lehnte die Auflösung von bestehenden Haltestellen ab, weil dies den Unmut der Reisenden verursachen würde.

Bürgermeister Christian Kiendl sah den ÖPNV als ein wichtiges Thema für das Energiesparen. Schierling werde weiterhin den „Regensburger Stern“ im Auge haben und vor der nächsten Ausschreibung eine direkte S-Bahnanbindung an Regensburg – ohne Umsteigezwang in Eggmühl – genau untersuchen lassen. Allerdings müsste dann der Zubringerverkehr zu einer Haltestelle Schierling gelöst werden.

Route mit Führung durch die Baugebiete
Eine Führung durch die Wohnbaugebiete „Markstein“ und „Antonileitn“ würde wegen Tempo 30 und enger Straßen eine Fahrzeitverlängerung bis zu 10 Minuten erfordern, so Josef Weigl vom Regensburger Verkehrsverbund

Schierlinger Klimaschutz- und Energiesparkonzept

Rallye. Für den Winter kündigte Bürgermeister Kiendl die Umsetzung der von Regina Grillitsch angeregten „Energiesparrallye“ an, die wichtige Hinweise zum effektiven Einsatz von Energie in Wohngebäude bringen soll.

Tickets. Bürgermeister Kiendl sagte zu, mit dem Regensburger Verkehrsverbund in Verbindung zu treten, um den Verkauf von RVV-Tickets im Schierlinger Rathaus zu prüfen.

 
Text und Fotos: Fritz Wallner