Markt Schierling gestaltet Energiewende mit

Workshop „Mit Kleinigkeiten Energie sparen“ brachte viele Tipps

SCHIERLING, 25.07.2012. Ohne Energiesparen gibt es keine Energiewende! Das wurde gerade in den letzten Tagen von der „großen“ Politik immer wieder sehr deutlich gemacht. Dass man mit vielen Kleinigkeiten gerade bei der Heizung in Wohnhäusern viel an Energie einsparen und so zur dringenden Energiewende beitragen kann, bewiesen Dipl.-Ing. Sebastian Zirngibl und Andreas Kießl von der Energieagentur Regensburg beim Workshop des Marktes Schierling im Restaurant „topfour“. Das richtige Lüften im Winter spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie der Einsatz hocheffizienter intelligenter Umwälzpumpen, von Thermostatventilen mit Zeitschaltuhr sowie generell die dauerhafte Reduzierung der Raumtemperatur um ein Grad, was allein rund 6 Prozent der Energiekosten spart.

Foto von Sebastian Zirngibl mit Teilnehmern des Workshops
Beim Energiesparworkshop des Marktes Schierling stellten v.l. Andreas Kießl und Dipl.-Ing. Sebastian Zirngibl auch hocheffiziente Umwälzpumpen für die Heizung vor

Bürgermeister Christian Kiendl erklärte bei der Begrüßung, dass die „Energiewende“ eines der Megathemen dieser Zeit sei. Dies sei fast der gesamten Bevölkerung klar und doch würden sich sehr viele damit sehr schwer tun. Der Markt Schierling habe es sich mit der Erarbeitung des Klimaschutz-/Energiesparkonzepts zum Jahresthema gemacht. Auch wenn es „wahnsinnig schwierig“ sei, so werde der Markt Schierling zielstrebig daran weiterarbeiten. Kiendl zitierte den Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi, der schon vor zweihundert Jahren den Satz prägte: „Es kommt im Leben auf die Kleinigkeiten an!“.

Eine Fülle solcher „Kleinigkeiten“ stellten die Energieberater vor. Und sie betrafen besonders die Heizung und das Lüften, denn in deutschen Haushalten wird derzeit 87 Prozent der gesamten Energie für die Heizung und Warmwasserbereitung ausgegeben. Nur 12 Prozent für stromfressende Elektrogeräte und gerade einmal ein Prozent für die Beleuchtung. Besonders bei der Regelung der Heizung seien nach Zirngibl viele Einsparpotenziale vorhanden. Der Einsatz von Zeitschaltuhren könne viel bewirken. Die regelmäßige Wartung des Heizkessels mit der regelmäßigen Reinigung der Öl- und Feststofffeuerung sei unverzichtbar. Denn bei Verrussung steige die Abgastemperatur und der Verbrauch steige an. Der Zuluftkanal für die Verbrennungsluft solle möglichst in Bodennähe geführt sein. Es wurden neue Thermostatventile vorgestellt, mit denen die Wärmeverteilung in einem Haus deutlich verbessert und die Vorlauftemperatur dadurch reduziert werden könne. „Solche Investitionen amortisieren sich oft schon in dreieinhalb bis sechs Jahren!“, so der Energieingenieur.

Es gebe bereits intelligente, also „automatisch lernende“ Pumpen, die sich auf das Benutzerverhalten einstellen. Hocheffizienz-Umwälz-Pumpen würden gerade einmal rund zehn Prozent einer normalen Pumpe an Energie verbrauchen.

Ein langes Kapitel wurde dem Thema „effizient lüften“ gewidmet. Es sei völlig falsch, Fenster ständig gekippt zu haben, denn das bringe fast keine Luft in den Raum, kühle aber das Gebäude ab, was zu mehr Energieverbrauch führt und für das Gebäude nicht nützlich ist. „Zwei- bis dreimal täglich querlüften als Stoßlüftung ist das richtige!“, so Zirngibl. Im Winter würde es genügen, wenn für vier bis sechs Minuten die Türen und Fenster im Haus ganz geöffnet werden. Im Sommer könne die Zeit jeweils 25 bis 30 Minuten betragen. So würde die Luft ausgetauscht und die Feuchtigkeit könne die Räume verlassen. Unbeheizte Räume sollten auf jeden Fall geschlossen bleiben.

In der Diskussion es um die Frage, ob die Energieberater eine Öl- oder Gasheizung bevorzugen würden. „Keine von beiden!“, war die spontane Antwort, sondern eine Heizung mit Pellets oder durch eine Wärmepumpe. Durch die Entkoppelung von Öl- und Gaspreis sei Gas derzeit günstiger zu haben. In Neubauten würde ohnehin kaum mehr eine Ölheizung eingebaut und auch die Gasheizungen seien von einmal 75 auf rund 50 Prozent gesunken. Nicht geklärt werden konnte die Frage, ob die Farbe der Heizkörper für den Energieverbrauch eine Rolle spielt.

Der richtige Rat zum Energiesparen

Beratungsgutschein. Der Landkreis Regensburg und der Markt Schierling stellen den interessierten Bürgern kostenlose Beratungsgutscheine im Wert von 200 Euro für eine zwei- bis dreistündige kostenlose Beratung bei der Energieagentur zur Verfügung. Die Gutscheine gibt es im Rathaus bei Stefan Schmitzer in Zimmer 8.

Internet. Auf unserer Klimaschutz-Seite finden Sie eine Sammlung wichtige Links für CO2-Rechner und Checklisten für die Reduzierung des Energieverbrauchs.

Jugendtag. Beim kommunalen Jugendtag zu diesem Thema am Samstag, 28. Juli werden umfassende Gesprächsangebote gemacht.

 
Text und Foto: Fritz Wallner