Wie viel Heizung braucht die Wohnung?

Energieberater von E.ON Bayern geben entscheidende Tipps für Energieeinsparung

SCHIERLING, 21.06.2012. Der Markt Schierling wirbt im Rahmen der Erstellung des Klimaschutz-/Energiesparkonzepts für die Reduzierung des Energieverbrauchs durch Gebäudesanierungen. Bei einem Workshop im „topfour“ machte Andreas Marklstorfer, ein zertifizierter Energieberater bei E.ON Bayern bewusst, dass jede Kilowattstunde nicht verbrauchte Energie auch nicht erzeugt werden muss. Und außerdem gebe es durch Gebäudesanierung ein Energieeinsparpotenzial, das weit über die Menge hinausgehe, die derzeit über regenerative Energie erzeugt wird.

Anderl Marklstorfer beim Vortrag
In Schierling wird es mit der Energieeinsparung durch Gebäudesanierung sehr konkret. Energieberater Anderl Marklstorfer von E.ON Bayern zeigte den Fahrplan für eine erfolgreiche Sanierung auf

Bürgermeister Christian Kiendl nannte das Energiesparen ein „schwieriges Thema“, obwohl es in aller Munde sei. Der Markt Schierling verfolge mit der Konzepterstellung das Ziel, das Thema konkret werden zu lassen und auch echte Hilfestellungen zu geben. Neben dem E.ON-Energieberater berichtete deshalb Rudolf Eisenhut über seine eigenen Erfahrungen bei der Sanierung eines im Jahre 1952 gebauten Einfamilienhauses.

Marklstorfer räumte ein, dass es für die Bürger nicht einfach sei, den richtigen Weg für eine erfolgreiche Sanierung zu beschreiten. Es gebe sehr viel Verunsicherung darüber, was gemacht werden muss und welche Kombination aus Dämmung und Wärmetechnik sinnvoll ist. Schließlich sei nicht unwesentlich Geld dafür aufzuwenden. „Die Leute müssen sich sicher sein, dass es richtig ist und sich lohnt, was sie vor haben“, so Marklstorfer. Der wichtigste Auslöser, um über konkrete Maßnahmen am und im Haus nachzudenken, sei die Tatsache, dass derzeit etwa 85 Prozent der Energie in Haushalten für die Heizung und Warmwasserbereitung benötigt wird. Jeder wisse, was sein Auto auf 100 Kilometer Sprit verbraucht. „Aber wer weiß, wie viel das eigene Haus je Quadratmeter Wohnfläche Heizenergie verbraucht?“, fragte Marklstorfer vor knapp 30 Interessenten. In den Ölverbrauch umgerechnet benötige heute ein nach neuestem Standard errichtetes Wohnhaus jährlich etwa zehn Liter je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. „Bei älteren Gebäuden wächst dieser Wert schon bis auf 50 Liter an!“, stellte der Energieberater fest. Gerade wegen der weiter zu erwartenden Energiepreissteigerungen sei es wichtig, dass da viel getan wird. Leider würden die meisten Hauseigentümer meinen, sie hätten schon alles getan. Doch gebe es tatsächlich bei rund 80 Prozent der Häuser echten Sanierungsbedarf.

Rudolf Eisenhut beim Vortrag
Rudolf Eisenhut berichtete von den Erfahrungen bei der Sanierung seines Wohnhauses am Flurweg

Marklstorfer legte einen konkreten Fahrplan vor, wie unnötige Nutzenergie vermieden werden kann. Fenster, Lüftung und Außenwand seien besondere Schwachstellen. „Bei der Isolierung der Heizungsrohre im Keller ist nach etwa 15 Jahren oft nur noch die Verkleidung vorhanden und das eigentliche Dämmmaterial nicht mehr!“, sagte Marktstorfer. Der Referent hielt es für sehr wichtig, dass alle Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden. Denn wenn etwa Superfenster eingesetzt werden und sonst nichts am Gebäude geschieht, dann bestehe die Gefahr des Schimmelbefalls. Auch die Lüftung spiele eine Entscheidende Rolle. Insgesamt sei eine Energieeinsparung um die 70 Prozent aufgrund der von E.ON bereits konkret abgewickelten Maßnahmen realistisch. Oft sei nach nicht einmal zehn Jahren die Investition abgezahlt und außerdem seien Sanierungsmaßnahmen werterhaltend für das Gebäude. Marklstorfer warb dafür, einen qualifizierten Energieberater einzuschalten, denn die Zustandsanalyse für ein Gebäude sei das wichtigste, um zielgerichtet sanieren zu können. Anschließend gehe es um die Erstellung eines Gesamtkonzeptes.

In der Diskussion ging es um die öffentliche Förderung solcher Sanierungsmaßnahmen, um die optimale Dämmung auf Rauputz und um Nebenkosten, wie etwa die Beeinträchtigung des Gartens. Bürgermeister Kiendl verwies auf den kostenlosen Energie-Beratungsschein und E.ON auf die Pakete zur Beratung.

Gutscheine und Beratung

Energieagentur. Seit Juli 2010 gibt es beim Markt Schierling den kostenlosen Energie-Beratungsschein im Wert von 200 Euro, der je zur Hälfte von der Gemeinde und vom Landkreis Regensburg finanziert wird und bei der Energieagentur Regensburg eingelöst werden kann. Ausgegeben wird er im Rathaus bei Veronica Englbrecht, Zimmer 8.

Analyse. Die E.ON Bayern bietet die Erstellung der Zustandsanalyse an, die für Ein- und Zweifamilienhäusern nett 660 Euro kostet. Informationen gibt es unter Externer Linkwww.eon-bayern.com/energiesparsanierung oder telefonisch unter 0180/2151215.

Workshop. Der nächste Workshop zum Thema „Mit Kleinigkeiten Energie sparen“ folgt am 12. Juli um 19 Uhr im „topfour“.

 
Text und Fotos: Fritz Wallner