Workshop für „Gebäudesanierung“ wird angeboten
Steuerungsgruppe für Klimaschutz-/Energiesparkonzept beriet Bürgervorschläge
SCHIERLING, 01.06.2012. Die Arbeiten am Klimaschutz/-Energiesparkonzept werden zielstrebig fortgeführt. Die Steuerungsgruppe hat jetzt auch die im Internetforum gemachten Vorschläge beraten und kommentiert. In einem ersten Workshop wird der Ablauf einer kompletten Bausanierung unter energetischen Gesichtspunkten behandelt. Bürgermeister Christian Kiendl informierte über den Zuwendungsantrag für die Einstellung eines Klimaschutzmanagers, der die Bürger und Betriebe bei der Umsetzung konkret beraten soll. Zum Thema „Gebäudesanierung“ bietet die Marktverwaltung der Bürgerschaft am Donnerstag, 21. Juni um 19 Uhr im Restaurant „topfour“ einen Workshop an.
Diplom-Ingenieur Dieter Hantke vom Institut Umwelt und Boden erläuterte, dass für die Bestandsanalyse noch Zeit benötigt wird. Bei den Privathaushalten gebe es derzeit eine hohe Datendichte und eine gute Datenqualität. Von den jüngst beteiligten Firmen fehlen noch Daten. „Wir gehen den Betrieben noch nach und bieten auch unsere Hilfe an“, so der Chef des Fachbüros, das mit der Erstellung des Konzepts beauftragt ist. Er stellte in Aussicht, dass die Bestandsanalyse bis Mitte Juni fertig gestellt ist und zusammen mit der Potenzialanalyse vorgelegt wird.
Bei der im Internetforum von den Bürgern gemachten Vorschlägen ging es um den Einsatz von LED-Technik bei der Straßenbeleuchtung und um Holz als Heizmaterial. Bei der Beratung wurde deutlich, dass der Markt bereits rund 1100 Straßenlampen auf „Aura-Reflektor“ umgestellt hat. Damit kann bereits eine jährliche Stromersparnis von über 46000 Kilowattstunden erreicht werden. Neue Straßenbeleuchtungen sollen in LED ausgeführt werden. Die Steuerungsgruppe wird sich ein Beispiel in einer anderen Gemeinde anschauen. Bürgermeister Kiendl berichtete, dass beim Bund der Zuwendungsantrag für eine weitere Umstellung Straßenzüge gestellt worden ist.
Dem Anliegen eines Bürgers, den Strom aus Photovoltaikanlagen möglichst dort zu verbrauchen, wo er erzeugt wird, stimmte die Steuerungsgruppe zu. Um dies optimal zu gewährleisten sei eine Verbrauchssteuerung notwendig. Es gebe bereits solche Systeme, doch sei für den „Smart-home-Bereich“ ein eigenes Kabel nötig. „Physikalisch wird der in Schierling erzeugte Strom ohnehin sofort in Schierling verbraucht“, stellte einer der Experten fest. Übergangsweise sollte man sich selbst behelfen mit programmierbaren Geräten, mit denen es möglich ist, zum Beispiel die Waschmaschine dann laufen zu lassen, wenn am meisten Strom erzeugt wird.
Ein Bürger sah wesentliche Besserung Alternativen als das Heizen mit Holz, weil durch das lange Wachstum des Baumes und den kurzen Zeitpunkt des Verbrauchs die CO2-Bilanz nicht neutral sei. Er wünschte den Einsatz alternativer Technologien. Die Steuerungsgruppe sah tatsächlich ein Problem, wenn das Holz schneller verbraucht wird als es neues Wachstum gibt. Es sei aber auch jeder Liter Erdöl früher ein Baum oder eine Pflanze gewesen, deshalb sei auch Erdöl dem Grunde nach organisch. Als wirksame Alternative wurde die Wärmetauscher-Technik gesehen. Allerdings sei der Einsatz von Wärmepumpen wiederum nur dann sinnvoll, wenn das Haus auch optimal gedämmt sei. Als richtig wurde erkannt, dass auch das Pflanzen weiterer Bäume in der Gemeinde dem Klimaschutz dient.
Der Bürgermeister hoffte, dass noch in diesem Jahr ein Klimaschutzmanager für den Markt Schierling die Arbeit aufnehmen kann. Damit wäre eine qualifizierte und umfassende Beratung der Bürger gewährleistet. Dies sei umso wichtiger, als nach wie vor der größte Anteil des Energieverbrauchs in die Heizungen fließt. Es wurde vereinbart, dass ebenfalls noch vor den Ferien ein Energiespar-Workshop angeboten wird, bei dem es auch darum gehen wird, wie mit kleinen Maßnahmen in jedem Haushalt Energie – auch bei der Heizung – Energie gespart werden kann. Den Mitgliedern wurde ein Schreiben der Bürgerliste mit Vorschlägen zum Klimaschutzkonzept übergeben. Prof. Dr. Weinbrenner stellte ein Konzept für die Neukonzipierung der Bushaltestellen im Ort Schierling zur Optimierung des öffentlichen Personennahverkehrs vor. Dieses wird in den demnächst geplanten Workshop einfließen. Dr. Thomas Wünsche bat, über eine „Bürger-Energie-Genossenschaft“ nachdenken, die auch dem gegenseitigen Abgleich des Verbrauchs von benachbarten Grundstücken und Haushalten dienen könnte.
Text: Fritz Wallner