Workshops und Energiespar-Rallye geplant
Zweite Sitzung der Steuerungsgruppe für Klimaschutz-/Energiesparkonzept
SCHIERLING, 20.04.2012. Der Markt Schierling will kräftig mithelfen, dass die Energiewende auch auf lokaler Ebene gelingt. Die Steuerungsgruppe für die Erarbeitung des Klimaschutz-/Energiesparkonzepts hat sämtliche Bürgervorschläge aus der Auftaktveranstaltung zum Bürgerbeteiligungsprozess geprüft und dazu beschlossen, Mitte des Jahres drei Workshops sowie zum kommenden Winter eine „Schierlinger Energiespar-Rallye“ unter dem Thema „Bürger beraten Bürger“ anzubieten. Inzwischen gibt es im Schierlinger Rathaus ein Elektrofahrrad, das bei einem Wettbewerb von E.on gewonnen wurde und zum Einsatz kommt, sobald es wirklich Frühling wird.
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| Elektro-Mobilität beginnt im Schierlinger Rathaus mit einem Elektrofahrrad, das bei E.on gewonnen und von Bürgermeister Christian Kiendl getestet wurde. Rechts Christoph Henzel, Mitglied der Geschäftsleitung und links Richard Fritsch, Kommunalbetreuer, beide von E.on Bayern |
Bürgermeister Christian Kiendl betonte mit Blick auf die Auftaktveranstaltung, dass auf die Schierlinger Verlass sei, obwohl es sich beim Energie-Thema um ein sehr schwieriges handle. „Der Auftakt ist rundherum gelungen!“, so der Bürgermeister. Die Gemeindeverwaltung habe bereits ein Elektroauto getestet und mit dem Mini-Blockheizkraftwerk „Dachs“ im gemeindlichen Wohngebäude am Storchenweg stehe auch die Stromquelle bereit.
Dieter Hantke und Ulrike Hofmann vom „Institut Grund und Boden“ stellten den Rücklauf der Fragebögen vor. Insgesamt seien 325 eingegangen, davon 101 online. Schriftliche hätten besonders die älteren Menschen abgegeben und online eher die jüngeren. „Auf die Gebäude bezogen liegt der Rücklauf bei 14 Prozent“, so Hantke. Man habe zwar etwas mehr erwartet, doch würden die vorhandenen Daten für die Auswertung genügen. Es sei ein überall festzustellendes Phänomen, dass Datenabfragen bei Bürgern immer schwieriger werden. Hofmann ergänzte, dass derzeit die Betriebe befragt und außerdem Befahrungen durchgeführt werden, um den Rest abschätzen zu können. Es folge dann eine Kartierung, um die Ergebnisse räumlich darstellen zu können. Bürgermeister Kiendl dankte besonders Hans-Peter Stöckl für die Mitarbeit, der über Wochen hinweg wichtige Hilfestellungen beim Ausfüllen der Fragebögen gegeben hat.
Zentrales Thema der fast dreistündigen Sitzung war die Aufarbeitung der 18 Bürgerfragen und –anregungen. Es stellte sich dabei heraus, dass enormer Informationsbedarf im Hinblick auf die Raumwärme, und da besonders bei der Optimierung bestehender Heizsysteme sowie auch bei der Sanierung von Gebäuden, besteht. Um gelungene Beispiele zeigen zu können, soll eine Aufforderung an die Bürger gehen, öffentliche und private Gebäude mit besonders sparsamen Heizsystemen für die Bürgerschaft zu öffnen und die Erfahrungen unmittelbar weiterzugeben. Dabei könnte auch eine „Passiv-Haus“-Präsentation erfolgen.
Diskutiert wurden Energiesparmöglichkeiten durch mehr öffentlichen Personennahverkehr. Dazu soll es einen Workshop zusammen mit dem Regensburger Verkehrsverbund geben. Die Reaktivierung von zwei brachliegenden Wasserkraftwerken an der Großen Laber werde sich wegen des schlechten technischen und baulichen Zustands kaum realisieren lassen, so die Steuerungsgruppe. Die Verwendung von Grüngut aus Gärten in einer Biogasanlage scheide derzeit aus, weil in diesem Gras keine Energie steckt. Die Abwärme aus der Biogasanlage Aumeier werde derzeit vollständig genutzt zur Beheizung von Gebäuden und der Trocknung von Hackschnitzel und Holz. Die Nutzung von Geothermie werde in Schierling keine Zukunft haben. Ein Beispiel aus dem Raum München – im Molassebecken – zeige, dass dort eine Förderung aus 2300 Meter Tiefe möglich ist, was allerdings allein für die Bohrung einen Aufwand von rund 19 Millionen Euro erforderte. Dagegen wurden die Nutzung des Grundwassers und der Einsatz von Wärmekollektoren für technisch möglich gehalten. Die Wirtschaftlichkeit müsse in jedem Einzelfall geprüft werden.
Klimaschutz-/Energiesparkonzept in Schierling
Workshops. Innerhalb der nächsten drei Monate werden angeboten „Raumwärme“, „Energetische Sanierung“ und „Verkehrskonzept-ÖPNV“. Im Winter Energiespar-Rallye „Bürger beraten Bürger“.
Passivhaus. Häuser werden so genannt, weil der überwiegende Teil des Wärmebedarfs aus „passiven“ Quellen gedeckt wird, wie Sonneneinstrahlung und Abwärme von Personen und technischen Geräten. Das Ergebnis ist eine positive Raumwahrnehmung, gekoppelt mit einem niedrigen Energieverbrauch. Die Bauweise ist nicht auf bestimmte Gebäudetypen beschränkt. Es ist auch durch Umbauten und Sanierungen möglich, diese Standards zu erreichen.
Details. Die Aufarbeitung der bei der Auftaktveranstaltung vorgebrachten Bürgervorschläge durch die Steuerungsgruppe ist hier nachzulesen:
Vorschläge der Bürger mit Stellungnahmen der Steuerungsgruppe (PDF-Datei, 65 KB)
Text und Foto: Fritz Wallner
