„Soziales Netz“ eine Stärke Schierlings

Staatsministerin Christine Haderthauer bei Neujahrsempfang

SCHIERLING, 24.01.2012. Der Neujahrsempfang des Marktes galt in diesem Jahr dem „sozialen Netz Schierling“, also jenen Bürgerinnen und Bürgern, „denen das Wohl und Weh anderer Menschen wichtig ist“, wie Bürgermeister Christian Kiendl betonte. Die bayer. Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und FrauenChristine Haderthauer war Ehrengast und machte deutlich, dass die Attraktivität Bayerns in erster Linie mit der hohen Lebensqualität zusammenhängt, die wiederum eine Grundlage im Bürgerschaftlichen Engagement hat. Bürgermeister Christian Kiendl zeichnete zusammen mit der Staatsministerin beispielhafte Initiativen und Personen für oft Jahrzehnte lange häusliche Pflege aus.

Gruppenfoto der Geehrten
Beim Neujahrsempfang des Marktes Schierling wurden viele Bürgerinnen und Bürger geehrt, die das „soziale Netz Schierling“ bilden. Auf dem Foto sind zu sehen (sitzend von links) Frieda Feldmeier, Elfriede Butz, Angela Piendl und Maria Beiderbeck sowie (stehend von links) MdL Tanja Schweiger, Landrat Herbert Mirbeth, Bezirksrat Herbert Schötz, Bürgermeister Christian Kiendl, Christine Niedermüller, Franz Xaver Treintl, Adelinde Brückl, MdB Horst Meierhofer, Staatsministerin Christine Haderthauer, Ehrenbürger Pfarrer i.R. Hans Bock, MdL Sylvia Stierstorfer und MdB Peter Aumer
Bgm. Christian Kiendl bei der Ansprache
Bgm. Christian Kiendl

Bürgermeister Kiendl nannte bei der Begrüßung den Besuch der Staatsministerin eine besondere Auszeichnung für alle Gäste, die in Verbänden und Organisationen, in Vereinen und Initiativen ehren- oder hauptamtlich für das soziale Netz Schierling tätig sind und in Familien Großartiges für ihre Angehörigen leisten.

Die Ministerin sah im bürgerschaftlichen Engagement Bayerns einen wichtigen Grund für das Wohlfühlgefühl, das persönliche Miteinander und die Kontakte in Bayern, die „Raum und Chancen für Individualität und Eigenverantwortung lassen. Sie würdigte das bürgerschaftliche Engagement als so einmalig, das es der Staat nicht organisieren und die Gesellschaft nicht bezahlen könne. Gerade deshalb hielt sie es für wichtig, dass die Menschen im Dienste anderer die Wertschätzung aller Ebenen der Politik erleben. 3,8 Millionen Bayern würden sich derzeit ehrenamtlich engagieren. Weitere 39 Prozent wären nach Umfragen bereit, so dass das Ehrenamt nach wie vor ein „schlafender Riese“ sei. Haderthauer bedauerte, dass heute diejenigen, die zuhause Angehörige pflegen, zu den Verlierern der Gesellschaft gehören. Besonders seien davon Frauen betroffen. Umso mehr freute sie sich, dass Schierling auch solche Menschen heraushebt und auszeichnet.

Ministerin beim Eintrag ins Goldene Buch
Bei der Eintragung ins Goldene Buch schauten der Ministerin über die Schulter, v.l. zweiter Bürgermeister Werner Braun, Fraktionssprecherin Maria Feigl (CSU), Bürgermeister Kiendl, Fraktionssprecherin Elfriede Treppesch (FW) und Fraktionssprecher Peter Ritschel (Parteilose)
Die Ministerin vor dem Mikrophon
Die Ministerin bei der Ansprache

Gleichzeitig mahnte sie zur Wachsamkeit, damit aus dem Ehrenamt nicht billige Arbeitsplätze werden. Denn Ehrenamtliche dürften nicht nur Lückenbüßer sein, sondern es sei ein Zusatz, quasi das Sahnehäubchen und die Streicheleinheit der vielen Angebote. Die Armut der Kinder heute sei keine existentielle mehr, sondern eine Beziehungsarmut.

Landrat Herbert Mirbeth nannte es ein Spiegelbild der Gesellschaft, dass heute schon Schulsozialarbeit in der Grundschule notwendig werde. Der Landrat erinnerte daran, dass es in diesem Jahr 40 Jahre werden, dass der Markt Schierling zum Landkreis Regensburg gehört. „Aus Schierling sind überzeugte Oberpfälzer geworden, die sich hier wohlfühlen und wir sind dankbar, die Kraft und Stärke Schierlings nutzen zu können!“, so Mirbeth.

Landrat Herbert Mirbeth
Grußwort von Landrat Herbert Mirbeth

Bürgermeister Kiendl nannte die im „Sozialen“ engagierten Bürger einen wertvollen Schatz. „Sie sind als wichtiger Teil des sozialen Netzes eine besondere Stärke Schierlings“, sagte er. Die Grundlage dafür sei die tätige Nächstenliebe, die ihren Generalauftrag in der Erkenntnis hat, „wo die Liebe wohnt, da wohnt Gott!“. Die Solidarität der Nachbarn, in der Familie, über den eigenen Kirchturm hinaus, sowie im Leid, in der Trauer und in der Freude seien Ausdruck dafür. Diese dienende Nächstenliebe zeige sich als „Helfer vor Ort“, in der häuslichen Krankenpflege, bei der Betreuung von Kindern und Familien, im Einsatz für Behinderte und Kranke, als mitfühlende Ärzte, als Unterstützer der Alten, in der Sorge um diejenigen, die ein Spenderorgan benötigen, als treue Seelen in der Altenpflege, als Engagierte in der Sorge um den „Nachbarn in Not“ im Ausland, als Organisatoren von Hilfsaktionen vielfältiger Art, bei der Betreuung der Kinder in unterschiedlichen Lebenslagen, bei der liebevollen Pflege ihrer Familienangehörigen und in vielen anderen – oft eher unbekannten – Bereichen der Gesellschaft. Die Ehrungen würden Bespielen gelten, Bürgermeister Kiendl, wobei bewusst sei, dass sie nicht vollständig sind. (Das Manuskripf der Rede des Bürgermeisters ist hier abzurufen: PDF-DateiManuskript der Rede (PDF-Datei, 52 KB.) Die Ministerin trug sich in das goldene Buch des Marktes ein und erwies sich als ebenso kompetente wie sympathische Gesprächspartnerin. Das „topfour“-Team sorgte für köstliche kulinarische Kleinigkeiten.

Kleine Köstlichkeiten beim gemeinsamen Mahl
Kleine Köstlichkeiten beim gemeinsamen Mahl

Neujahrsempfang

Ehrengäste. Neben Staatsministerin Haderthauer gabe dem sozialen Netz Schierling die Ehre: Landrat Herbert Mirbeth, die Bundestagsabgeordneten Peter Aumeier und Horst Meierhofer, die Landtagsabgeordneten Sylvia Stierstorfer und Tanja Schweiger, stellvertretender Landrat und ehemaliger Bürgermeister Otto Gascher, Bezirksrat Herbert Schötz, Ehrenbürger Pfarrer Hans Bock, der evangelische Pfarrer Uwe Biedermann sowie die meisten Mitglieder des Marktgemeinderates.

Goldenes Buch. Vor der Eintragung der Ministerin in das Goldene Buch sagte der Bürgermeister: „Auch wir als Markt Schierling wissen sehr wohl um die vielen Leistungen des Freistaats Bayern für seine Kommunen. Besonders die hohen Zuschüsse für die Abwasserbeseitigung gibt es keinem der anderen15 Bundesländer. Wir profitieren außerdem besonders bei der Städtebauförderung, beim Straßenbau und beim Feuerwehrwesen von den Zuschüssen des Freistaats. Dafür sind wir dem Parlament und der Staatsregierung sehr dankbar.“

Erinnerung. Die Staatsministerin bekam von Bürgermeister Kiendl zur Erinnerung und als Dank für ihren Besuch einen „Schierlinger Korb“, in dem ausschließlich Schierlinger Erzeugnisse – vom Pils bis zum Geräucherten – enthalten sind.

Musik. Für die musikalische Umrahmung sorgten Lehrer und Schüler der Musikschule Schierling.

Einen „Schierlinger Korb“ für die Ministerin zur Erinnerung
Einen „Schierlinger Korb“ für die Ministerin zur Erinnerung

Ehrung für Vereine und Organsationen

Den Glaspokal mit Widmung – die Damen außerdem Blumen – erhielten:

Blick in das Auditorium
Viele Gäste waren gekommen
Die Musikschule Schierling umrahmte musikalisch
Die Musikschule Schierling umrahmte musikalisch

Ehrung für pflegende Angehörige

In ganz besonderer Weise wurde auch das Engagement derjenigen Frauen und Männer gewürdigt, die sich oft über viele, viele Jahre hinweg liebevoll um ihre Angehörigen kümmern, die ihr Leben selbst weitgehend nicht mehr bestimmen können. Die häusliche Pflege sei eine spezielle und besonders beeindruckende Form des gegenseitigen Beistandes, betonte Bürgermeister Kiendl. Ausdrücklich stellte er fest, dass es sich um Beispiele handelt, die dem Markt bekannt aber sicher nicht vollzählig sind. Folgende Personen wurden geehrt:

Impressionen von der Übergabe der Pokale

Franz Xaver Treintl
Franz Xaver Treintl für die Gruppe "Helfer vor Ort"
Frieda Feldmeier
Frieda Feldmeier von der Gruppe der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im BRK-Senioren- und Pflegeheim Eggmühl
Maria Beiderbeck
Maria Beiderbeck vom Schierlinger Funker-Club
Pfarrer Hans Bock
Pfarrer Hans Bock und der Pfarrgemeinderat Schierling.
Adeline Brückl
Adelinde Brückl, geehrt für die Pflege ihrer Tochter
Christine Niedermüller
Christine Niedermüller, ebenfalls geehrt für die Pflege ihrer Tochter
Elfriede Butz
Elfriede Butz, geehrt für die Pflege ihres Ehemannes
Angela Pienld
Angela Piendl, geehrt für die Pflege ihrer Schwiegermutter

Talk mit...

Angela Pienld
...dem Malteser Hilfsdienst,...
Angela Pienld
...Kindergartenleiterin Schwester Rosina,...
Angela Pienld
...der VdK-Vorstandschaft,...
Angela Pienld
...Bürgermeister a.D. Otto Gascher.

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Text und Fotos: Fritz Wallner