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Freundschaft für den Frieden

40 Gäste aus Kroatien im Rahmen der Pfarrpartnerschaft in Schierling

SCHIERLING, 13.06.2006. Die Partnerschaft und Freundschaft zwischen den katholischen Pfarrgemeinden Schierling und dem kroatischen Zagreb/Spankso hat durch das Interesse vieler junger Leute eine beachtliche Auffrischung erlebt. 40 Pfarrangehörige aus der kroatischen Metropole besuchten am Wochenende Schierling. Sie wurden von 20 Familien aufgenommen und zu „Ehren-Gänshängern” erklärt.

Ministranten zeigen ds Altartuch
Marija Ecimovic (am Ambo) hat zur Erinnerung an die Partnerschaft zwischen den katholischen Pfarrgemeinden Schierling und Zagreb/Spansko ein Altartuch von Hand gefertigt

Manche Kontakte zwischen den Familien bestehen schon seit über zwanzig Jahren. Gerade bei denen war die Begrüßung bei der Ankunft der Gäste besonders herzlich. Einige junge Leute hatten Schierling zum ersten Mal im Rahmen der „Tage der Begegnung” beim Weltjugendtag erlebt. Um Land und Leute besser kennen zu lernen erläuterte Ortsheimatpfleger Schorsch Schindlbeck in voller Montur am Samstag in Lindach und beim Löwendenkmal das Geschehen bei der „Schlacht bei Eggmühl” am 22. April 1809. Die Besichtungsreise führte weiter über das Priesterseminar des abtrünnigen ehemaligen Erzbischofs Lefebvre in Zaitzkofen sowie zu den Kirchen Lindach, Allersdorf, Birnbach und Wahlsdorf, die alle zur Pfarrei Schierling gehören.

Die Priester am Altar
Den Gottesdienst zelebrierten die Pfarrer Stjepan Rusan, Hans Bock und Kaplan Daniel Dukic

Beim Festabend im Pfarrheim stellte Pfarrer Hans Bock fest, dass die Pfarrei Schierling aus dem seit über zwei Jahrzehnte bestehenden Kontakt sehr viel gelernt habe. Er persönlich habe diese Verbindung sehr gerne gehabt und er werde die Freundschaft bestehen lassen, auch wenn er nicht mehr Pfarrer von Schierling sei. Der ehemalige Pfarrgemeinderatsvorsitzende Fritz Wallner dankte besonders den jungen Leuten für die Fortsetzung der Kontakte. „Diese Beziehung ist wichtig, weil sie dem gegenseitigen besser Verstehen und damit dem Frieden dient!”, so Wallner. Er bat den Pfarrgemeinderat, ebenfalls alles dafür zu tun, dass weitere Begegnungen möglich werden. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Christiane Banse versicherte, das in ihrer Kraft stehende dafür zu tun. Sie hatte für jeden Gast eine Gans in Anspielung an die „Gänhänger-Sage” backen lassen und mit einem Herzensgruß versehen. Sie würden damit quasi „Ehren-Gänshänger”. Pfarrer Bock und Wallner übergaben eine große Fahne mit der Ortsansicht Schierlings zur Erinnerung an den Besuch.

Georg Schindlbeck beim Schießen
Ortsheimatpfleger Schorsch Schindlbeck demonstrierte den Umgang mit dem Vorderladergewehr
Hans Bock und Stjepan Rusan
Pfarrer Stjepan Rusan überreicht Pfarrer Hans Bock eine "Taube des Friedens"

Aus Spansko war neben Pfarrer Rusan auch Kaplan Daniel Dukic gekommen. Rusan war sich sicher, dass die Freundschaft andauern wird und lud zur nächsten Begegnung nach Zagreb ein. Für das Bestehen der Freundschaft dankte er besonders Pfarrer Bock und überreichte ihm eine „Taube des Friedens” aus Vukovar. Fritz Wallner dankte er als „stillen Diener und Motor der Freundschaft zugleich”. Bürgermeister Otto Gascher freute sich über den Kontakt und meinte, dass eine Freundschaft nicht nur beredet, sondern besonders gelebt werden sollte. Er übergab an alle das Jubiläumsglas zu 1050 Jahre Schierling. Außerdem hoffte er auf ein WM-Endspiel Kroatien-Deutschland, „bei dem Deutschland gewinnt”, was wiederum heftigen Proteste des Fußball begeisterten kroatischen Pfarrers hervorrief.

Beim Gottesdienst übergab die Pfarrei Spankso eine von Marija Ecimovic – einer Frau der ersten Stunde – von Hand gemachten Altardecke. „Diese Freundschaft gehört in die Erfindung des Himmels”, meinte Pfarrer Rusan. Pfarrer Bock rief zur weiteren Gastfreundschaft auf, die schon immer ein Zeichen der Urkirche gewesen sei. Die jungen Leute aus Spansko bekamen für ihre Lieder in der Pfarrkirche viel Beifall. Ministrantinnen aus Kroatien schenkten allen Gottesdienstbesuchern zur Erinnerung eine Antoniusplakette.

Gruppenbild vor dem Löwendenkmal
Gäste und Gastgeber versammelten sich am Löwendenkmal Eggmühl

 
Historie

Die Partnerschaft zwischen Schierling und Zagreb/Spansko besteht seit dem Münchner Katholikentag 1984. Sie wurde begründet von Pfarrer Bock, Pfarrer Josip Bahn, dem damaligen PGR-Vorsitzenden Fritz Wallner, Marija Ecimovic und dem Pfarrgemeinderat. Über 50 Schierlinger Familien waren im Laufe der Jahre eingebunden. Es gab viele gegenseitige Besuche. Während des Krieges gegen Kroatien half die Pfarrei Schierling mit insgesamt 25 Hilfstransporten und 800 Tonnen Hilfsgüter. Die Verteilung organisierte Pfarrer Antun Prpic. Trotz des Weggangs von Pfarrer Bock und des Ausscheidens von Fritz Wallner wird auf die Fortsetzung der Kontakte insbesondere durch den Pfarrgemeinderat und durch junge Menschen in beiden Ländern gehofft.

Christiane Banse überreicht Gans
Pfarrgemeinderatsvorsitzende Christiane Banse überreichte allen Gästen eine gebackene Schierlinger Gans als Erinnerung

 
Da Vinci's Abendmahl

Brauereibesitzer Leonhard Salleck führte die Gäste aus Schierlings Partnerpfarrei Zagreb/Spansko persönlich in Abensberg durch die Weißbierbrauerei Kuchlbauer und durch seine Kunstausstellung. Staunen löste die in Originalgröße im Keller der Brauerei angebrachte Darstellung des „Abendmahls” von Leonardo da Vinci hervor. Es sei einzigartig, dass neben dem Original in Mailand von ihm eine Nachbildung installierte wurde, so Salleck. Und beeindruckt waren die Besucher von Sallecks Entschlüsselung des Welt berühmtesten Werkes der Malerei, die er auch in einem Buch zusammengefasst hat. Es beeindruckte die christliche Sicht der Entschlüsselung ebenso wie die Mittelpunktfunktion von Christus für alle Themen und Probleme der Menschheit. „Das Genie Leonardo da Vinci malte in einem Bild alles was für die Menschen wichtig ist. Und er stellte Jesus so dar, dass ihm die Menschen alle Fragen vorlegen können und auf jede Frage eine Antwort bekommen!”, so Salleck. Außerdem entlarvte Salleck den derzeit laufenden Film als einen Kriminalroman mit dem Ziel, möglichst viel Geld einzuspielen. Der kroatische Pfarrer Stjepan Rusan war begeistert von Sallecks Führung. „Das ist super!”, rief er. Christiane Banse und Fritz Wallner dankten für die Führung und die Weißbierprobe und informierte die kroatischen Gäste darüber, dass Salleck auch die Brauerei in Schierling gehöre.

Leonhard Salleck vor der Kopie des Abendmahls
Brauereibesitzer Leonhard Salleck erläuterte in der Brauerei Kuchlbauer Abensberg seine Entschlüsselung des „Abendmahls” von Leonardo da Vinci

Text und Fotos: Fritz Wallner