Mehr Parkplätze am Bahnhof Eggmühl

Der Markt Schierling erweitert die P+R-Anlage – ab 10. September gibt es Einschränkungen

SCHIERLING, 06.09.2018. Schierlings Bürgermeister Christian Kiendl ist guter Hoffnung, dass der Ort Schierling im Zuge der Verbesserung des öffentlichen Schienen-Personennahverkehrs im Raum Regensburg unmittelbar an die Stadt Regensburg anbunden wird. Die Schienen dafür sind vorhanden. Doch jetzt wird erst noch die Park-and-Ride-Anlage am Bahnhof Eggmühl für rund 155.000 Euro erweitert.

Foto des Areals für die geplante Erweiterung
Hinter dem Zaun erweitert der Markt Schierling die Park-and-Ride-Anlage am Bahnhof Eggmühl um 32 Stellplätze

Der Großraum Regensburg stöhnt unter einem schier unerträglichen Straßenverkehr. Teilweise hausgemacht, weil die Bahnverbindungen zu wenig genutzt werden, ist Kiendl sicher. Dabei wären die Schienen dafür vorhanden, um aus allen Richtungen in die Stadt zu kommen. Auch auf der gesamten Achse Langquaid-Schierling-Eggmühl-Hagelstadt- Köfering-Alteglofsheim-Obertraubling. Und auch für Verkehr aus Richtung Sünching sowie aus dem Landkreis-Westen und –Norden.

P+R-Anlage seit 20 Jahren

Der Markt Schierling engagiert sich seit Jahrzehnten für die Verbesserung der Infrastruktur, um den Schienenpersonennahverkehr besser nutzen zu können. Die Park-and-Ride-Anlage am Bahnhof Eggmühl wurde zwischen 1995 und 1999 geplant und gebaut. Die Kosten der gesamten Baumaßnahme – neue Fußgängerunterführung und die Parkplätze – betrugen fast 1,6 Millionen Euro. Der Markt Schierling hat damals aus eigenen Mitteln gut 316.000 Euro selbst getragen. „Das stellte schon eine außerordentliche finanzielle Anstrengung für den öffentlichen Personennahverkehr dar“, so der Bürgermeister. In den Jahren 2006/2007 erfolgte eine erste Erweiterung, die gut 46.000 Euro kostete. Nach Abzug einer Förderung durch den Freistaat Bayern hat der Markt Schierling wiederum 21.000 Euro aus Haushaltsmitteln getragen.

Foto der voll belegten aktuellen P+R-Anlage
Während des ganzen Jahres wird die P+R-Anlage intensiv auch von Bahnreisenden aus den umliegenden Gemeinden der Landkreise Regensburg und Straubing-Bogen genutzt

Direkt nach Regensburg

Schierling verfolgt spätestens seit der Erarbeitung des Gemeindeentwicklungskonzeptes das Ziel, dass der Ort an die Stadt Regensburg unmittelbar mit der Schiene angebunden wird. „Konkret heißt das für uns, dass ein Zug von Langquaid über Schierling und Eggmühl direkt nach Regensburg fährt und das Umsteigen in Eggmühl entfällt!“, so Bürgermeister Kiendl. Schierling sei dafür auch gerüstet, denn die ehrenamtliche Eisenbahninitiative unter Wolfgang Treppesch und Wolfgang Lahoda hat zusammen mit den Märkten Schierling und Langquaid dafür gesorgt, dass die Nebenbahnstrecke vor Jahrzehnten nicht aufgelöst und abgebaut wurde. Auch in der Zukunft seien große Investitionen notwendig, doch dürfe so eine zukunftsorientierte Entwicklung nicht am Geld scheitern, so Kiendl. Auch für einen eventuell neuen Bahnhof habe Schierling bereits vorgesorgt.

5000 qm in Schierling angekauft

Denn der Markt konnte vorsorglich im Jahre 2016 das etwa 5000 Quadratmeter große Gelände des ehemaligen Bahnhofs ankaufen. Im Vorfeld war eine Studie erstellt worden, wie sich die Fläche für einen Haltepunkt eignen würde. Danach wäre dort Platz für 56 ebenerdige Parkplätze, 64 überdachte Fahrradparkplätze und für ein kleines überschaubares Parkdeck für gut 100 Autos, so der Bürgermeister. Kiendl hofft, dass die Entscheidungen in den dafür zuständigen Gremien - dem Kreistag des Landkreises Regensburg, dem Stadtrat Regensburg sowie bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft – positiv ausfallen.

ÜFEX hält in Eggmühl

Zu welchem Zeitpunkt eine Realisierung dieses Zieles erfolgen kann, das kann der Bürgermeister derzeit nicht beantworten. „Auch wenn wir jetzt richtig Tempo hineinbringen würden, werden noch viele Jahre ins Land gehen, bis wir von Schierling direkt in die Stadt Regensburg mit der Bahn fahren können. Das darf uns aber nicht entmutigen“, sagte er.

Schierling bleibt aber auch in der Zwischenzeit nicht untätig. Der Bahnhof Eggmühl bleibt weiterhin sehr attraktiv, auch in Zusammenhang mit dem neuen Überregionalen Flughafen Express (ÜFEX) von Regensburg direkt zum Flughafen. Der Flughafenexpress soll ab Ende 2018 eine stündliche Direktverbindung von Regensburg über Landshut, Moosburg und Freising zum Münchner Flughafen bieten und dabei die neu gebaute Neufahrner Kurve nutzen. Zwischen Regensburg und Eggmühl verkehren die Züge als Regionalbahn und halten damit auf jeden Fall in Eggmühl.

Foto einer Fußgängerbrücke über die Große Laber
Planskizze der Erweiterung: Die Umbauarbeiten beginnen bei der derzeitigen Umkehre

Parken am Bahnhof Eggmühl

Das Ziel. Es entstehen insgesamt 32 neue Parkplätze, davon 26 auf dem angrenzenden Grundstück und 6 durch den Umbau der Umkehre.

Einschränkungen. Ab kommenden Montag, 10. September, wird der hintere Teil des Parkplatzes wegen der Bauarbeiten gesperrt. Deshalb werden vorübergehend weniger Stellplätze zur Verfügung stehen.

Kosten. Für die Maßnahme sind Kosten von etwa 155.000 Euro zu erwarten, für die der Freistaat Bayern einen Zuschuss von 42000 Euro zugesagt hat. Das dafür notwendige Grundstück wurde bereits vor einigen Jahren erworben und das dort aufstehende Gebäude abgebrochen.

E-Tankstelle. Vor einigen Monaten wurde dort eine Elektro-Tankstelle installiert, damit auch zwei eCars aufgeladen werden können.

 
Text und Fotos: Fritz Wallner